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16.11.2017

Wissentliche und fahrlässige Pflichtverletzungen in der D&O-Versicherung


BLD-Rechtsanwalt Dr. Theo Langheid untersucht in seinem Aufsatz "Wissentliche und fahrlässige Pflichtverletzungen in der D&O-Versicherung" (VersR 2017, 1365 ff.), ob und welche Auswirkungen die Entscheidung des BGH vom 27. Mai 2015 - IV ZR 322/14 - VersR 2015, 1156 f. auf die D&O-Versicherung hat. Der BGH hat in diesem Beschluss entgegen der bis zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Instanzrechtsprechung entschieden, dass in der Haftpflichtversicherung keine Deckung bestehe, wenn auch nur eine Tathandlung vorsätzlich erfolgt sei.

Dr. Langheid stellt zunächst den Ausgangssachverhalt und die BGH-Entscheidung dar, bevor er deren Anwendbarkeit auf die D&O-Versicherung untersucht. Grundsätzlich bejaht er diese, nimmt aber den Abwehranspruch der versicherten Personen wegen der Besonderheiten der D&O-Versicherung davon aus. Bei der Freistellungsverpflichtung müsse der D&O-Versicherer jedoch – zumindest anteilig – leistungsfrei sein. Dabei sei das Kürzungsmodell nach den Prinzipien des gestörten Gesamtschuldausgleichs anzuwenden, sodass der Anspruch der Versicherungsnehmer gegen fahrlässig Handelnde bei Innenhaftungsfällen um den Anteil zu kürzen ist, wie er beim Innenausgleich der Schuldner auf die Vorsatztat entfallen würde.

Den Aufsatz in der Zeitschrift VersR 2017, 1365 ff. finden Sie hier >>