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11.04.2011

Anspruchsausschließendes Mitverschulden bei erkannter Glättegefahr und bewusstem Eingehen eines Sturzrisikos


Erkennt der Benutzer eines Weges oder einer Fläche, dass diese Fläche weder von Schnee und Eis geräumt noch mit abstumpfenden Mitteln bestreut ist, ist für ihn Anlass für gesteigerte Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten. Wenn der Geschädigte dennoch glaubt, das Risiko eingehen zu müssen, sich auf diese Fläche vorzuwagen, trägt er den maßgeblichen und alleinigen Verursachungsbeitrag, wenn er daraufhin stürzt, da er praktisch "sehenden Auges" das volle Risiko eines Sturzes eingeht. Dies gilt besonders, wenn der Geschädigte bereits unter einer Osteoporose leidet und daher einer besonderen Gefahr von erheblichen Verletzungen unterliegt und wenn er gleichzeitig die Möglichkeit gehabt hätte, eine Streuung bei seinem Vermieter anzumahnen bzw. von seiner in der eigenen Wohnung anwesenden Tochter durchführen zu lassen.

Ansprechpartner
RA Sven Lehmann, München
Sven Lehmann