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06.03.2020

Günther bespricht Entscheidung zum Gewaltbegriff in der Hausratversicherung


BLD-Partner Prof. Dr. Dirk-Carsten Günther bespricht im jurisPR-VersR 2/2020 Anm. 4 den Beschluss des OLG Köln vom 8.8.2019 – I-9 U 45/19. Das OLG hat sich in seiner Entscheidung mit dem Begriff der „Androhung einer Gewalttat mit Gefahr für Leib und Leben, die an Ort und Stelle verübt werden soll“ als Voraussetzung für den Versicherungsfall „Raub“ beschäftigt. Zugrunde lag ein Fall, in dem der Täter, der einen Motorradhelm trug, sich im Urlaub hinter den Versicherungsnehmer stellte und ihm, als dieser sich wegen des auffälligen Verhaltens umdrehte, die Armbanduhr mit zwei Fingern vom Handgelenk riss. In diesem Verhalten sah das OLG Köln keine Gewaltandrohung, mag sich der Versicherungsnehmer aufgrund des Verhaltens des Täters auch unwohl gefühlt haben.

RA Prof. Dr. Günther nimmt die Entscheidung im Folgenden zum Anlass, der Frage nachzugehen, ob das vom BGH in der Entwendungsversicherung entwickelte sog. Drei-Stufen-Modell auch in der Raubversicherung gilt. Dies verneint er und weist dabei insbesondere darauf hin, dass sich der Raub anders als der Einbruchdiebstahl nicht im Verborgenen abspiele und sich ein typisches äußeres Bild eines Raubes nicht feststellen lasse.