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28.12.2012

Vorsätzliche Schadenherbeiführung durch grobes Foul bei einem Fußballspiel


OLG Karlsruhe, Urteil vom 27.9.2012 - 9 U 162/11

Im Fußball lässt der äußere Hergang eines groben Foulspiels grundsätzlich nicht auf einen die Leistungspflicht des Haftpflichtversicherers ausschließenden Verletzungsvorsatz gemäß § 103 VVG schließen. Das gilt auch dann, wen der Spieler mit 20 bis 30 Metern Anlauf und gestrecktem Bein von hinten in seinen Gegner hineingrätscht, ohne den Ball erreichen zu können. Hat er dem Gegner zuvor jedoch bereits gedroht, ihm bei der nächsten Aktion die Beine zu brechen, so kann der Schluss auf einen zumindest bedingten Verletzungsvorsatz ausnahmsweise gerechtfertigt sein.

Ansprechpartner
RA Dr. Rainer Büsken, Köln
buesken@bld.de