Eine stationäre Krankenhausbehandlung ist nur dann medizinisch notwendig, wenn der angestrebte Erfolg mit einer ambulanten Maßnahme nicht erreicht werden kann (OLG Köln vom 21.12.2012 – 20 U 186/12, juris Rz. 4; OLG Zweibrücken vom 16.8.2007 – 1 U 77/07, juris Rz. 7; OLG Koblenz vom 20.4.2007 – 10 U 216/06 - VersR 2008, 339 = juris Rz. 28; Bach/Moser/Kalis, 5. Aufl. 2015, MB/KK § 1 Rz. 94). Deshalb ist eine vollstationäre Krankenhausbehandlung im Falle einer mittelgradigen depressiven Episode nicht medizinisch notwendig, sofern eine alternative ambulante oder teilstationäre Behandlung möglich und ebenso erfolgsversprechend ist (hier: kombinierte Behandlung aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie).
Ansprechpartnerin
RAin Anne Middel
Keine medizinische Notwendigkeit einer vollstationären Behandlung einer depressiven Episode bei ambulanter oder teilstationärer Alternative
LG Osnabrück, Urteil vom 2.1.2026 - 9 O 2652/25


