Im Rahmen des zweitägigen Industriehaftpflichtmeetings diese Woche in unserem Kölner Büro wurden zahlreiche aktuelle Fragestellungen aus Wissenschaft und Praxis diskutiert.
Prof. Dr. Oliver Brand, LL.M. (Cambridge) erläuterte, warum die Rechtsprechung seit der BGH-Entscheidung von 1991 zutreffend von der Wirksamkeit der Erprobungsklausel ausgeht, und erteilte den gegenteiligen Auffassungen in der Literatur eine klare Absage.
Dr. Martin Alexander, LL.M., Carsten Hösker, LL.M. und Dr. Jendrik Böhmer, LL.M. befassten sich mit den Vorschriften der §§ 327 ff. BGB sowie den anstehenden Änderungen durch die Umsetzung der Produkthaftungsrichtlinie. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die haftungsrechtlichen Auswirkungen vonSoftware und KI.
Der erste Tagungstag fand einen gelungenen Ausklang beim abendlichen Get Together, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Barbecue und Cocktails netzwerken und sich persönlich und fachlich austauschen konnten.
Florian Wegmann, LL.M. eröffnete den zweiten Tag und beleuchtete die weiterhin hochaktuellen Sanktionspakete im Zusammenhang mit dem Ukraine- und Irankrieg und deren Auswirkungen auf internationale Versicherungsprogramme. In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem erörtert, wie FInC-Klauseln in diesem Zusammenhang zu betrachten sind.
Christiane Osterspey und Khira Wack, LL.M. ordneten die aktuellen Entscheidungen zu Klimaklagen neben den zivilprozessualen Neuerungen durch die anstehende Umsetzung der Produkthaftungsrichtlinie ein und beleuchteten dabei die Möglichkeit der deutschen Sammelklage (Verbandsabhilfeklage), die Prozesslandschaft in diesen Bereichen in Zukunft nachhaltig zu verändern.
Zum Abschluss erläuterten Daan Spoormans und Marcella de Haan von BLD Ekelmans, warum sich die Niederlande als europäischer Hub für kollektive Rechtsdurchsetzung etabliert haben. Zugleich machten sie deutlich, dass die hohen Zulassungshürden bislang nur wenige Verfahren ermöglicht haben und ein Nuclear Verdict bislang ausgeblieben ist. Die Entwicklung fällt damit differenzierter aus, als sie häufig wahrgenommen wird.
Vielen Dank an alle Gäste und BLDler für den fachlich fundierten Austausch und die vielfältigen Impulse. Wir freuen uns darauf, die weitere Entwicklung dieser Themen auch künftig zu begleiten.


