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Das ist eine manchmal schwierig zu ziehende Linie; in der Praxis entscheidet sie aber darüber, ob Deckung besteht, ob Risikoausschlüsse greifen, ob Rückversicherungsschutz besteht und ob ein Schaden letztlich als versicherter Sachschaden, als Betriebsunterbrechungsschaden (mit oder ohne zugleich eingetretenen Sachschaden?), als Folge eines terroristischen Akts, politischer Gewalt oder eines Krieges verstanden wird. Das diese Begriffe im Underwriting häufig mit einer gewissen Selbstverständlichkeit genutzt werden, bedeutet nicht, dass die Versicherung nehmende Seite und die Risikoträger dieses Verständnis auch im Schadenfall teilen.
Nachfolgende Überlegungen sollen das nur skizzieren:
1. Terrorismus versichert – Krieg aber nicht
Eine nicht selten anzutreffende Konstellation besteht darin, dass Versicherungsnehmer über Terrordeckungen verfügen, Kriegsrisiken darin aber ausdrücklich ausgeschlossen sind. LMA 3030 etwa deckt physische Verluste oder physische Beschädigungen, die durch einen Terrorakt („Act of Terrorism“) oder Sabotage verursacht werden. Zugleich sind Schäden ausgeschlossen, die unmittelbar oder mittelbar durch Krieg, Invasion, kriegsähnliche Operationen, feindliche Handlungen staatlicher oder lokaler Regierungseinheiten, Bürgerkrieg, Rebellion, Revolution, Aufruhr, Kriegsrecht oder Usurpation von Macht verursacht werden.¹
Solange ein Ereignis eindeutig in die eine oder andere Kategorie fällt, ist das natürlich beherrschbar. Gerade die aktuellen Kriegsschauplätze im Nahen Osten und in der Ukraine und das dort stattfindende Nebeneinander staatlicher und nicht- (oder halb-)staatlicher Akteure, Stellvertreterkonstellationen und „echte“ militärische Reaktionen zeigen, dass diese Differenzierung in der Realität alles andere als trennscharf sein muss. Ist ein Angriff auf ein Schiff, eine Hafenanlage oder eine Energieinfrastruktur – diese Frage stellt sich natürlich ebenso bei tief in Russland belegenen Strukturen – Terrorismus, politische Gewalt oder Krieg? Reicht die Beteiligung nicht-staatlicher Stellen aus, um den Kriegsausschluss zu eröffnen? Oder kommt es auf das konkrete Ziel, die handelnden Personen, die verwendeten Mittel oder den übergeordneten Konfliktzusammenhang an?
Ein gebräuchliches Political Violence-Wording macht die Problematik noch plastischer: Dort werden die versicherbaren Gefahren gerade einzeln aufgeführt: Terrorakt („Act of Terrorism“), Sabotage, Aufruhr, Streiks und/oder innere Unruhen („Riots, Strikes and/or Civil Commotion“), böswillige Beschädigung („Malicious Damage“), Aufstand, Revolution oder Rebellion („Insurrection, Revolution or Rebellion“), Meuterei und/oder Staatsstreich („Mutiny and/or Coup d’Etat“) sowie Krieg und/oder Bürgerkrieg („War and/or Civil War“). Versichert ist jeweils nur, was in der Vertragsübersicht (Schedule) auch tatsächlich als gekaufte Deckung ausgewiesen ist. Die Police behandelt Terrorismus und Krieg also bewusst nicht als austauschbare Erscheinungsformen einer allgemeinen politischen Gewalttat, sondern als gesondert zu zeichnende Einzelgefahren. Man fragt sich gelegentlich, ob Käufer von Political Violence-Deckungen dieses Verständnis ebenso mitbringen.
Für den Versicherer stellt sich die umgekehrte Frage: Hat er ein Risiko zutreffend klassifiziert? Die wirtschaftliche Bedeutung kann erheblich sein, wenn das nicht der Fall ist, denn eine Deckungslücke kann in solchen Konstellationen auftreten nicht (allein) wegen eines Mangels an vernünftiger Risikobeurteilung, sondern dadurch, dass es unterschiedlichen Deckungsbausteinen zugeordnet worden ist.
2. Betriebsunterbrechung ohne oder mit nur geringfügigem Sachschaden
Besonders praxisrelevant sind daneben solche Schäden, bei denen die wirtschaftliche Beeinträchtigung erheblich ist, ein klassischer Sachschaden beim Versicherungsnehmer aber nicht (oder nur in ganz geringem Umfang) eingetreten oder allenfalls untergeordnet ist. Eine Schließung oder auch nur erhebliche Einschränkung der Straße von Hormus würde Handelsströme verlangsamen, Lieferketten unterbrechen, Transportkosten erhöhen und Absatzmärkte beeinträchtigen, ohne dass beim betroffenen Unternehmen selbst ein Sachschaden im deckungsrechtlichen Sinne eingetreten sein müsste.
Ähnliches gilt für Unternehmen, deren Geschäftsmodell von der Attraktivität einer Region abhängt. Ein Rückgang des Tourismus aufgrund einer allgemeinen Kriegs- oder Krisenlage kann zu erheblichen Umsatzeinbußen führen, ohne dass damit zwingend ein Sachschaden einherginge. Das ist dem Versicherungsnehmer häufig nur schwer vermittelbar, weil der wirtschaftliche Schaden real ist. Viele Bedingungswerke – und zwar nicht nur am Londoner Markt – lassen es aber gerade nicht ausreichen, dass ein Ereignis lediglich wirtschaftliche Nachteile verursacht.
LMA 3030 schließt Folgeschäden, Nutzungsausfall, Verzögerungen oder Marktverluste, Einkommensverluste, Wertminderungen, Funktionsminderungen oder erhöhte Betriebskosten ausdrücklich aus.² Andere gebräuchliche Wordings enthalten zwar Deckungserweiterungen für Betriebsunterbrechungen; solche knüpfen aber regelmäßig an eine Betriebsunterbrechung („Business Interruption“) an, die als unmittelbare Folge einer versicherten Gefahr an einem versicherten Ort auftritt. Die Deckung hängt nach dem Wortlaut solcher Deckungserweiterungen von einem physischen Verlust oder Beschädigung an Gebäuden und/oder versichertem Inhalt („physical loss or physical damage“) ab, d.h. einem Sachschaden. Der Anspruch auf Deckung von Betriebsunterbrechungsschäden beginnt mit dem Tag des „physical loss or physical damage“ und besteht solange, bis dieser beseitigt ist oder für einen definierten Zeitraum. Fällig wird der Anspruch erst wenn ein entsprechender Schaden reguliert oder die Haftung hierfür anerkannt wurde.
Damit ist die versicherungsrechtliche Pointe vielfach, dass klassische und auch viele Political-Violence-Wording-Strukturen den wirtschaftlichen Schaden nicht losgelöst vom physischen Schaden erfassen. Insoweit unterschieden sie sich nicht von vielen anderen BU-Policen am Markt. Non-Damage-BU-Deckungen bleiben damit eine eigenständige, häufig gerade nicht automatisch mitversicherte Kategorie.
3. „Silent“ War / Terrorism / Political Violence-Cover?
Noch schwieriger wird es, wenn Versicherungsnehmer über keine gesonderte Deckung für politische Gewalt, Kriegs- oder Terrorismusdeckung verfügen und Schäden deshalb zu „klassischen“ Sach-, Energie- oder Feuerversicherungen melden. Dann verlagert sich der Schwerpunkt der Auseinandersetzung häufig auf Fragen wie etwa, ob ein Brand ein „normaler“ Feuerschaden war, der Ausfall einer Anlage auf technischem Versagen beruhte oder er letztlich Folge eines Drohnen-, Raketen- oder sonstigen militärischen Angriffs war.
In der Praxis ist diese Frage nicht allein eine technische. Gerade in politisch sensiblen Umfeldern können die in den Beurteilungs- und Regulierungsprozess eingebundenen Parteien zurückhaltend sein, eine Ursache schriftlich ausdrücklich als „Krieg“ zu qualifizieren.
Auch hier lohnt ein Blick in den Londoner Markt: Regelmäßig gebräuchliche Wordings setzen einen bestimmten zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zu einer konkreten Schadenursache voraus. Zugleich trägt der Versicherungsnehmer die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass – primäre Risikobegrenzung – der Schaden unter die Police fällt; der Versicherer dafür, dass keine Einschränkung eingreift, vorbehaltlich abweichender Darlegungs- und Beweisregelungen.
Das Phänomen ist dem Mark schon seit dem Aufkommen von Cyberrisiken als „silent cyber“-Thematik bekannt – wo eine Deckung nicht von konkret benannten Gefahren , sondern nur von anderen Voraussetzungen (z.B. dem Eintritt eines konkreten Schadens) abhängt, könnte der Versicherungsnehmer den Schaden als „klassisches“ Sach- oder Energieschadenereignis darzustellen. Wenn also die primäre Risikobegrenzung – auch „silently“ – betroffen ist, stellt sich die Frage nach einem Risikoausschluss. Die vermeintlich rein tatsächliche Frage nach der Schadensursache wird damit zu einer rechtlichen und prozessualen Kernfrage.
4. Seizure, Deprivation Loss und die Grenzen von Sachschadendeckungen
Ein weiterer Punkt ist für Szenarien rund um die Straße von Hormus besonders relevant: Was geschieht, wenn nicht in erster Linie eine Sache zerstört wird, sondern die Verfügungsgewalt über ein Schiff, eine Ladung, eine Anlage oder sonstige Vermögenswerte rein faktisch entzogen wird?
Auch hier erscheinen die Vorgaben gebräuchlicher Klauselwerke eindeutig. Das AFB Political Violence Wording schließt Schäden aus, die unmittelbar oder mittelbar durch zwangsweise Inbesitznahme („seizure“), Konfiszierung („confiscation“), Verstaatlichung („nationalisation“), hoheitliche Inanspruchnahme („requisition“), Enteignung („expropriation“), Festhalten („detention“) sowie rechtmäßige oder rechtswidrige Eigenmacht („legal or illegal occupation“) verursacht werden.
Wer den Nachweis braucht, dass das keine Themen aus dem Elfenbeinturm sind, sei die Lektüre der Entscheidung des Commercial Court in Hamilton Corporate Member Ltd & Ors v Afghan Global Insurance Ltd & Others ans Herz gelegt. Dort ging es um ein Warenlager in Afghanistan, das im Zuge der Machtübernahme der Taliban verloren ging. Das Gericht hatte sich mit einem AFB Political Violence Wording zu befassen und nahm an, dass die Rückdeckungen nur in Bezug auf unter dem Wording gedeckte Schäden getriggert sein sollten. Das Wording sah Deckung für „physical loss or physical damage“ durch bestimmte Gefahren vor und enthielt einen Risikoausschluss für „seizure“. Das Gericht ging davon aus, dass nach Clause 4.2 des Wordings – Property Damage Wording, jeder unmittelbar oder mittelbar durch zwangsweise Besitzergreifung („seizure“) verursachte Verlust ausgeschlossen sei. Dabei soll es sich nach der Entscheidung außerdem nicht um einen Sachschaden („Property Damage“), sondern um einen reinen Verlust durch Entziehung von Besitz und Verfügungsgewalt („deprivation loss“) infolge zwangsweiser Besitzergreifung („seizure“) handeln.³
Das Urteil verhält sich nicht zur Straße von Hormus oder zu den aktuellen Ereignissen in Nahost. Interessant ist aber, dass es in ähnlichen Situationen aufzeigt, wie entsprechende Klauseln zu verstehen sind (jedenfalls nach englischem Recht): Wer eine Police zeichnet, die auf physischen Verlust („physical loss“) oder physische Beschädigung („physical damage“) zugeschnitten ist, sollte nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass jede wirtschaftlich (vorübergehende oder endgültige) Entziehung der Nutzungsmöglichkeit oder Verfügungsgewalt gedeckt ist – freilich vorbehaltlich der ggfs. unterschiedlichen Auslegungen desselben Wordings in anderen Jurisdiktionen, wenn die Police anderem als englischem Recht unterworfen ist, was es noch komplexer macht:
5. Londoner Wordings unter lokalem Recht
Viele Political Violence-Deckungen verwenden Klauselwerke, die aus dem Londoner Markt stammen oder jedenfalls erkennbar an London Market Wordings angelehnt sind. Häufig unterliegen aber auch solche Policen lokalem Recht und lokalen Gerichtsständen.
Das ist keineswegs nur eine Formalie. Denn mit der Wahl lokalen Rechts ist nicht gesagt, dass Begriffe wie „war“, „terrorism“, „hostile act“, „political violence“, „seizure“, „detention“, „insurrection“ oder „civil commotion“ so ausgelegt werden, wie dies der Londoner Markt erwarten könnte. Der Umstand, dass ein Wording seinen Ursprung dort hat, garantiert freilich nicht, dass ein lokales Gericht dieselben Auslegungsgrundsätze, dieselben Präjudizien oder dieselbe Marktlogik zugrunde legt.
Gerade dort, wo es um die Abgrenzung zwischen Krieg, Terrorismus und politischer Gewalt geht, kann diese Unsicherheit problematisch werden.
Verschiedene Policen (oftmals mit versicherten Sachen, die in diversen weltweiten Jurisdiktionen belegen sind) können eine Fülle verschiedener Rechtsordnungen zur Anwendung bringen. Damit ist die Zuordnung zu bestimmtem Recht kein Automatismus, sondern – in den Grenzen des Zulässigen – Teil der Risikoplatzierung. Parteien, die bei Vertragsschluss von einem gemeinsamen London Market-Verständnis ausgehen, sollten daher prüfen, ob dieses Verständnis in der vereinbarten Rechtswahl und vor den vereinbarten Gerichtsständen tatsächlich abgesichert ist.
6. Die kommerzielle Reaktion des Marktes
Auch kommerziell reagiert der Markt bereits. Dem Vernehmen nach sind Political-Violence-Deckungen sind im Londoner Markt weiterhin erhältlich, allerdings zu deutlich veränderten Bedingungen. Nach unserem Verständnis sind höhere Prämien, geringere Limits und eine insgesamt vorsichtigere Zeichnungspolitik zu sehen. Für Versicherungsnehmer bedeutet dies, dass der gewünschte Schutz zwar nicht unerreichbar, aber wesentlich teurer und häufig weniger umfangreich als früher sein wird.
7. Fazit
Die Straße von Hormus ist nicht nur deshalb interessant, weil sie ein Nadelöhr des Welthandels ist. Interessant ist sie vor allem deshalb, weil sie wie unter dem Brennglas zeigt, wie schnell verschiedene Begrifflichkeiten in verschiedenen Wordings sich in Deckungsfragen über die Grenzen hinaus verwandeln können.
Terrorismusdeckung ohne Kriegsdeckung, Betriebsunterbrechung ohne Sachschaden, „silent cover“, Fragen der zwangsweisen Inbesitznahme und des hieraus folgenden Verlusts von Besitz und Verfügungsgewalt („Seizure- und Deprivation-Loss“-Themen), Londoner Wordings, die dem Recht anderer Jurisdiktionen unterstellt werden und ein sich verhärtender Markt sind keine voneinander unabhängigen Themen, sondern miteinander umfassen verknüpft.
Die Problematik kann nur in den Griff bekommen oder zumindest verstanden werden, wenn die Beteiligten die maßgeblichen Schnittstellen vor Deckungsbeginn offenlegen. Versicherungsnehmer und Broker müssen prüfen, ob das bestehende Deckungskonzept realistische Krisenszenarien tatsächlich erfasst. Versicherer müssen klar dokumentieren, welche Risikokategorie sie übernehmen wollen und welche nicht. Und Rückversicherer werden ihrerseits darauf achten, ob der Erstversicherer im Schadenfall ein Risiko deckt, das aus rückversicherungsrechtlicher Sicht tatsächlich so übernommen werden sollte.
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The London market and the Strait of Hormuz: (No) cover for geopolitical escalations?
The US-Iran war and its repercussions in the Strait of Hormuz are currently bringing home the fact that geopolitical risks in commercial insurance (whether in marine insurance, political violence cover, etc.) rarely stop at the boundaries of the respective lines of business and policy clauses. For policyholders, brokers and insurers, the key question is which risks fall within the scope of cover in times of war.
This is occasionally a difficult line to draw; in practice, however, it determines whether cover exists, whether risk exclusions apply, whether reinsurance cover is in place, and whether a loss is ultimately classified as insured property damage, as business interruption loss (with or without concurrent property damage?), or as the consequence of a terrorist act, political violence or war. The fact that these terms are frequently used in underwriting as a matter of course does not mean that the policyholder and the risk carriers share this understanding in the event of a claim.
The following considerations are intended merely to outline this:
1. Terrorism is insured – but war is not
A scenario that is not uncommon is one in which policyholders have terrorism cover, but war risks are expressly excluded from it. LMA 3030, for example, covers physical loss or physical damage caused by an act of terrorism or sabotage (as defined). At the same time, losses caused directly or indirectly by war, invasion, war-like operations, hostile acts by state or local government entities, civil war, rebellion, revolution, civil commotion, martial law or usurpation of power are excluded.⁴
As long as an event clearly falls into one category or the other, this is, of course, manageable. However, the current theatres of war in the Middle East and in Ukraine and the coexistence of state and non- (or semi-)state actors, proxy conflicts and ‘genuine’ military responses, demonstrate that in reality this distinction can be far from clear-cut. Is an attack on a ship, a port facility or energy infrastructure – a question that naturally arises just as much in relation to targets deep within Russia – an act of terrorism, political violence or war? Is the involvement of non-state bodies sufficient to rule out the possibility of war? Or does it depend on the specific target, the perpetrators, the means employed or the broader context of the conflict?
One common political violence wording brings the issue into even sharper relief: It lists the insurable risks individually: acts of terrorism (‘Act of Terrorism’), sabotage, riots, strikes and/or civil commotion (‘Riots, Strikes and/or Civil Commotion’), malicious damage (‘Malicious Damage’), insurrection, revolution or rebellion (‘Insurrection, Revolution or Rebellion’), mutiny and/or coup d’état (“Mutiny and/or Coup d’Etat”) and war and/or civil war (“War and/or Civil War”). Cover is provided only for those risks that are actually specified as purchased cover in the Schedule. The policy deliberately therefore does not treat terrorism and war as interchangeable manifestations of a general act of political violence, but as individual risks requiring being written separately. One may query sometimes whether this understanding is always shared by the purchasers of broad 'political violence' cover.
For carriers, the reverse question arises: did they classify risks correctly? The economic implications can be significant if they did not, as a gap in cover can arise in such scenarios not because of a lack of proper risk assessment, but because the risk has been allocated to different cover modules.
2. Business interruption with no or only minor property damage
Particularly relevant in practice are also those claims where the economic impact is significant, but where no, or very little, classic property damage has occurred to the policyholder, or where such damage is, at most, of secondary importance. A closure or even just a significant restriction of the Strait of Hormuz would slow down trade flows, disrupt supply chains, increase transport costs and adversely affect sales markets, without the affected company itself necessarily having suffered property damage within the meaning of the insurance policy.
The same applies to companies whose business model depends on the attractiveness of a region. A decline in tourism due to a general state of war or crisis can lead to significant losses in turnover without necessarily being accompanied by property damage. This is often difficult to explain to the policyholder because the economic loss is very real. However, many policies – and not just on the London market – do not consider it sufficient for an event to cause merely economic disadvantages.
LMA 3030 expressly excludes consequential losses, loss of use, delays or market losses, loss of income, depreciation, loss of functionality or increased operating costs.⁵ Other common wordings contain an extension of cover for business interruption; however, such extensions are normally linked to business interruption occurring as a direct consequence of an insured risk at an insured location. According to the wording of these extensions, coverage depends upon physical loss or damage to buildings and/or insured contents (‘physical loss or physical damage’). The claim for business interruption commences on the day of the ‘physical loss or physical damage’ and continues until such loss or damage has been rectified, or until a certain specified period of time has elapsed. The claim only becomes payable once a corresponding claim for physical damage has been settled or liability for it has been admitted.
The key point under many systems of insurance law is that traditional policies, as well as many policies with ‘political violence’ wording, do not cover economic loss in isolation from physical loss. In this respect, they do not differ from many other occupational disability policies on the market. Non-damage occupational disability cover therefore remains a distinct category, one that is often not automatically included in the cover.
3. ‘Silent’ War / Terrorism / Political Violence cover?
The situation becomes even more difficult when policyholders do not have separate cover for political violence, war or terrorism and therefore report claims under ‘standard’ property, energy or fire insurance policies. In such cases, the focus of the dispute often shifts to questions such as whether a fire was ‘normal’ fire damage, whether the failure of a system was due to technical failure, or whether it was ultimately the result of a drone, missile or other military attack.
In practice, this is not merely a technical question. Particularly in politically sensitive contexts, parties involved in the reviewing and adjustment of claims may be reluctant to explicitly classify a cause in writing as a "war".
Here, too, it is worth looking to the London market: Commonly used wordings require a specific time, place and cause of loss. At the same time, the policyholder bears the burden of proof that – as a primary risk limitation – the loss is covered by the policy; the insurer bears the burden of proof that no limitation applies, subject to any deviating rules on that question, of course.
The market has become familiar with this issue when cyber risks became a focus, it is known as the ‘silent cyber’ issue – where cover does not depend on specifically named perils but on other conditions (e.g. the occurrence of a specific loss), the policyholder could present the loss as a ‘classic’ property or energy loss event. Thus, if a matter falls within (primary) insurance conditions – even ‘silently’ – the question of a risk exclusion arises. The – supposedly – purely factual question of the cause of the loss thereby becomes a key legal and procedural issue.
4. Seizure, deprivation loss and the limits of property damage cover
Another aspect is particularly relevant for scenarios involving the Strait of Hormuz: what happens if it is not primarily a piece of property that is destroyed, but rather the control over a ship, a cargo, a facility or other assets is effectively withdrawn?
Here, too, the common political violence wordings appear clear – they often exclude losses caused directly or indirectly by seizure, confiscation, nationalisation, requisition, expropriation, detention, and legal or illegal occupation
If you need proof these topics are not just ivory tower questions, read the Commercial Court’s decision Hamilton Corporate Member Ltd & Others v Afghan Global Insurance Ltd & Others. That case concerned a warehouse in Afghanistan which was lost following the Taliban’s takeover. The court had to consider an AFB Political Violence Wording and held that the reinsurance cover should only be triggered in respect of losses covered under that wording. The wording provided cover for ‘physical loss or physical damage’ arising from certain perils and contained an exclusion for seizure. The court held that, pursuant to Clause 4.2 of the of the wording, any loss caused directly or indirectly by forcible seizure (‘seizure’) was excluded. Furthermore, this is not to be regarded as property damage, but rather as a pure loss resulting from the deprivation of possession and control (‘deprivation loss’) following forcible seizure (‘seizure’).⁶
The judgement does not address the Strait of Hormuz or current events in the Middle East. It is interesting, however, that in similar situations it illustrates how such clauses ought to be interpreted (as a matter of English law, at least): anyone taking out a policy covering physical loss (“physical loss”) or physical damage (“ physical damage”) , should not automatically assume that any economic (temporary or permanent) deprivation of the ability to use the property or of control over it is to be treated as covered – subject, of course, to the potentially differing interpretation of the same wording in other jurisdictions where the policy is subject to non-English law, which may make matters even more complex:
5. London Market Wordings under local law
Many political violence policies use clauses originating from the London market or, in any event, clearly modelled on London Market wordings. However, such policies are often also subject to local law and local jurisdictions.
This is by no means merely a formality. For the choice of local law does not necessarily mean that terms such as ‘war’, ‘terrorism’, ‘hostile act’, ‘political violence’, ‘seizure’, ‘detention’, ‘insurrection’ or ‘civil commotion’ will be interpreted in the way that London market participants might expect. The fact that a set of terms originates from the London market does not guarantee that a local court will apply the same principles of interpretation, the same case law or the same market logic.
It is precisely where the distinction between war, terrorism and political violence is concerned that this uncertainty can prove problematic.
Different policies (often with insured property located in varied global jurisdictions) can bring a plethora of different governing laws. Consequently, the application of a specific law is not automatic but – within the limits of what is permissible – forms part of the risk placing. Parties who, at the time of concluding the contract, assume a shared understanding of London Market practice should therefore check whether this understanding is in fact safeguarded by the agreed choice of law and the agreed places of jurisdiction.
6. The market’s commercial response
The market is already reacting commercially as well. It is understood that political violence cover remains available in the London market, albeit on significantly altered terms. We understand that higher premiums, lower limits and an overall more cautious underwriting policy are being observed. For policyholders, this means that whilst the desired cover is not unattainable, it will be considerably more expensive and often less comprehensive than before.
7. Conclusion
The Strait of Hormuz is of interest not only because it is a bottleneck for global trade. It is particularly interesting because, as highlighted under the magnifying glass, it demonstrates how quickly different terminology in various policy wordings can transform into cross-border coverage issues.
Terrorism cover without war cover, business interruption without property damage, ‘silent cover’, issues of compulsory seizure and the resulting loss of possession and control (‘seizure and deprivation loss’ issues), London wordings subject to the laws of other jurisdictions, and a hardening market are not separate issues, but are closely interlinked.
This issue can be reduced or understood at the outset if the parties involved disclose the interfaces before a policy incepts. Policyholders and brokers must check whether the existing cover concept actually covers realistic crisis scenarios. Insurers must clearly document which risk categories they are willing to underwrite and which they are not. For their part, reinsurers will ensure that, in the event of a claim, the primary insurer covers a risk that, from a reinsurance law perspective, should indeed be assumed.
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[1] LMA 3030 (1 September 2006), Section 2, Insuring Clause, und Section 3, Losses Excluded, Ziff. 2f.
[2] LMA 3030 (1 September 2006), Section 3, Losses Excluded, Ziffer 13: „Any consequential loss or damage, loss of use, delay or loss of markets, loss of income, depreciation, reduction in functionality, or increased cost of working“.
[3] Hamilton Corporate Member Ltd & Ors v Afghan Global Insurance Ltd & Ors [2024] EWHC 1426 (Comm), Rn. 3–6, 10.2, 11–16. Die Entscheidung wird hier nur für die dort behandelten Punkte AFB Political Violence Wording, Seizure-Exclusion, Property-Damage-Deckung und Deprivation Loss herangezogen; sie äußert sich nicht zu den aktuellen Ereignissen in Nahost.
[4] LMA 3030 (1 September 2006), Section 2, Insuring Clause, and Section 3, Losses Excluded, para. 2f.
[5] LMA 3030 (1 September 2006), Section 3, Losses Excluded, para. 13: ‘Any consequential loss or damage, loss of use, delay or loss of markets, loss of income, depreciation, reduction in functionality, or increased cost of working’.
[6] Hamilton Corporate Member Ltd & Others v Afghan Global Insurance Ltd & Others [2024] EWHC 1426 (Comm), paras. 3–6, 10.2, 11–16. This decision is cited here solely in relation to the points discussed therein: AFB Political Violence Wording, Seizure Exclusion, Property Damage cover and Deprivation Loss; it does not comment on current events in the Middle East.


